HKJ-Bayern GmBh
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Konzeption der HKJ Bayern GmbH

Stand: 01. Oktober 2018

Agenda

       A. Vorwort

1. Organisation

    1.1 Verwaltungsstelle

    1.2 Geschäftsführer

    1.3 Pädagogische Leitung

    1.4 Rechtsaufsicht

2. Leitbild und Zielgruppe

3. Angebote der HKJ Bayern GmbG

4. Aufnahmekriterien

    4.1 Heilpädagogische Gruppen

    4.2 Therapeutische Gruppen

    4.3 Außenbetreutes Wohnen

5. Arbeitsweisen

6. Elternarbeit

7. Aufnahme, Rückführung, Entlassung

8. Aufgaben der Fachdienste

    8.1 Psychologischer Fachdienst

    8.2 Heilpädagogischer Fachdienst

    8.3 Therapeuten auf Honorarbasis

    8.4 Supervision

    8.5 Weiterbildungsveranstaltungen durch externe Dozenten

 

 

A. Vorwort

Die Heilpädagogische Kinder und Jugendhilfe wurde am 08.05.1980 als gemeinnütziger Verein gegründet und ist seit Beginn ordentliches Mitglied im Diakonischen Werk Bayern. 1995 erfolgte die Umwandlung in die gemeinnützige Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe Bayern GmbH. Die Firma betreibt heute (Stand Dezember 2011) acht Einrichtungen.
 

1. Organisation

 

1.1 Verwaltungsstelle

Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe Bayern GmbH

Hans-Schäufelein-Str. 36

91438 Bad Windsheim

Fon: 09841 / 6671-0      Fax: 09841/6671-71      

info@hkj-bayern.de

 

1.2 Geschäftsführer

Thomas Weidemann

  

1.3 Pädagogische Leitung

Dorothee Gehrmann

Andreas Weidemann

Daniela Pfeiffer

 

1.4 Rechtsaufsicht

Regierung von Mittelfranken, Ansbach

 

2. Leitbild und Zielgruppe:

Die Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe Bayern GmbH versteht sich als gemeinnütziges Dienstleistungsunternehmen zum Wohle von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In unsere Gruppen werden Kinder und Jugendliche aufgenommen, die schon mehrere Wechsel in ihren Bezugsfeldern erlebt haben. Durch Hilfe auf heilpädagogischer Grundlage soll dieser Kreislauf durchbrochen und auf der Basis einer christlichen Werteordnung eine selbstverantwortliche Lebensgestaltung ermöglicht werden. Wir als Träger sind bereit, den Jugendlichen mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen und Schwierigkeiten in einer unserer vielfältigen und individuellen Betreuungsformen aufzunehmen. Als Einrichtungsträger sind wir bereit, mit dem Jugendlichen und allen Beteiligten den Weg bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres und darüber hinaus gemeinsam zu gehen.

Rechtsgrundlage: § 27 i. V. m. §§ 34, 35a, 41 SGB VIII

 

3. Angebote der HKJ Bayern GmbH

 

Heilpädagogische Gruppen

Wohngruppe Hans-Schäufelein-Straße

Hans-Schäufelein-Straße 24

91438 Bad Windsheim

Tel.: 09841 / 4389

8 Plätze

Wohngruppe Heimgartenweg

Heimgartenweg 21

91438 Bad Windsheim

Tel.: 09841 / 4619

8 Plätze

Wohngruppe Gerhardshofen

Veit vom Berg Straße 5

91466 Gerhardshofen

Tel.: 09163 / 996846

Fax: 09163 / 996849

8 Plätze

Wohngruppe Hemhofen

Moorstraße 3

91334 Hemhofen-Zeckern

Tel.: 09195 / 9216628

Fax: 09195 / 9216629

7 Plätze

Wohngruppe Dottenheim

Untere Dorfstraße 2

91463 Dietersheim

Tel.: 09846 / 492

Fax: 09846 / 9779639

8 Plätze

Wohngruppe Marktbergel

Bachbrunnweg 6

91613 Marktbergel

Tel.: 09843 / 9360382

Fax: 09843 / 9803137

8 Plätze

 

Therapeutische Gruppen

Mädchenwohngruppe Herzogenaurach

Würzburger Straße 20

91074 Herzogenaurach

Tel.: 09132 / 7975360

Fax: 09132 / 7975350

8 Plätze

Therapeutische Wohngruppe Rosenthal

Rodaer Straße 11

35119 Rosenthal

Tel.: 06458 / 509902

6 Plätze

Therapeutische Intensivgruppe Schiffelbach

Heimbacher Straße 14

25285 Gemünden / OT Schiffelbach

Tel.: 06453 / 645174

Fax:

5 Plätze

 

Sozialpädagogische Gruppen - um(F)

Sozialpädagogische Wohngruppe WG1 / Lehrlingsgruppe

Brachbacher Straße 16

91619 Obernzenn

Tel.: 09844 / 97 86 38 -0

Fax: 09844 /


10 Plätze

Sozialpädagogische Wohngruppe WG2

Brachbacher Straße 16

91619 Obernzenn

Tel.: 09844 / 97 86 38 -3

Fax: 09844 /


10 Plätze

 

Ambulante Hilfen

Außenbetreutes Wohnen im Großraum Erlangen-Nürnberg-Fürth

Hans-Schäufelein-Straße 36

91438 Bad Windsheim

Tel.: 09841 / 66710

Fax: 09841 / 667171

bis zu

5 Plätze

Legasthenietraining

Hans-Schäufelein-Straße 36

91438 Bad Windsheim

Tel.: 09841 / 66710

Fax: 09841 / 667171

bis zu

5 Plätze

Schulbegleitung durch pädagogische Fachkräfte

Hans-Schäufelein-Straße 36

91438 Bad Windsheim

Tel.: 09841 / 66710

Fax: 09841 / 667171

bis zu

6 Plätze

 

 

Es bestehen an allen Einrichtungsorten Möglichkeiten der Beschulung, Berufsfindung und Berufsausbildung.

 

4. Aufnahmekriterien

4.1 Heilpädagogische Gruppen:

Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass das Kind/Jugendlicher über ein Mindestmaß an Gemeinschaftsfähigkeit und Kooperationsvermögen verfügt.

 Aufgenommen werden

  • verwaiste Kinder und Jugendliche, die einen Elternersatz benötigen
  • Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten im emotionalen und sozialen Bereich
  • Kinder und Jugendliche mit Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kinder und Jugendliche die Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung erfahren haben
  • Kinder und Jugendliche nach einem Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

 

Nicht aufgenommen werden können in diesen Gruppen

  • schwer- und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche
  • geistig behinderte Kinder und Jugendliche
  • körperbehinderte Kinder und Jugendliche
  • drogenabhängige Jugendliche

  

4.2 Therapeutische Gruppen

Zielgruppe sind Mädchen und junge Frauen mit massiven psychischen Störungen und möglicherweise psychiatrischen Diagnosen. Es werden vorwiegend Jugendliche mit folgenden Störungsbildern aufgenommen:

  • Essstörungen, Psychosen, Borderline
  • Neurosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • schwere Traumatisierungen durch körperliche Misshandlung, sexuellen Missbrauch oder andere Erlebnisse
  • Entwicklungsstörungen
  • Lernstörungen
  • hyperkinetische Störungen
  • Enuresis/Enkopresis

 

Nicht in den therapeutischen Gruppen aufgenommen werden können:

  • Schwer- und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche
  • geistig behinderte Kinder und Jugendliche
  • körperbehinderte Kinder und Jugendliche
  • suchtmittelabhängige Jugendliche

 

4.3 Außenbetreutes Wohnen

Die HKJ Bayern GmbH bietet individuell angepasste Wohnformen für Jugendliche und junge Erwachsene an,

  • deren persönliche oder berufliche Situation im Elternhaus keine Verselbstständigung zulassen
  • die nach Beendigung einer Jugendhilfemaßnahme eine Rückkehr ins Elternhaus nicht möglich ist und deshalb frühzeitig an eine selbstständige, eigenverantwortliche Lebensführung herangeführt werden müssen,
  • die ihr derzeitiges Maß an Selbstständigkeit in lebensnahen Rahmenbedingungen erproben, organisieren und vervollständigen wollen und dazu intensiver pädagogischer Begleitung bedürfen,
  • die aufgrund einer speziellen Problematik nicht in eine Heim- oder Wohngruppe integriert werden können,
  • welche die Volljährigkeit erreicht haben und zur Beendigung der Schule oder der Berufsausbildung noch Unterstützung benötigen.

 

Aufgenommen werden Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene,

  • die sich freiwillig für eine individuell angepasste Wohnform entscheiden,
  • die über ausreichende Motivation und Mitwirkungs- bzw. Kooperationsbereitschaft verfügen,
  • die die Schule, Ausbildung oder Arbeit regelmäßig besuchen bzw. bereit sind, dies mit pädagogischer Unterstützung zu beginnen 

 

5. Arbeitsweise

Die Grundlagen der Qualität unserer Arbeitsweise sind im nachfolgenden Schaubild dargestellt: 

 

 

  

6. Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie

Ziel der Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie ist eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsfamilien der Kinder und Jugendlichen, so dass unter entsprechenden Voraussetzungen eine Rückführung in die Familie erfolgen kann. Durch Handlungsanleitungen für die Eltern soll deren Erziehungskompetenz gestärkt werden. Zudem sollen intrafamiliäre Konflikte bearbeitet werden, um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern/Jugendlichen zu verbessern und neue Beziehungsmuster zu ermöglichen. Ist eine Rückführung in die Familie vorerst nicht möglich, soll den Kindern/Jugendlichen erleichtert werden, Beziehungen und Kontakte zur Herkunftsfamilie zu pflegen und bestehende Bindungen zu erhalten.

Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist die Mitwirkungs-bereitschaft der Eltern. Im Aufnahmegespräch wird die Motivation der Eltern zur Zusammenarbeit geklärt. Gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt, den Eltern, dem Kind/Jugend-lichen und der Einrichtung werden die Modalitäten der Zusammenarbeit festgelegt. Diese betreffen die Abstände der Elterngespräche, die Lokalität und die teilnehmenden Personen. Erwünscht ist die Mitarbeit beider Elternteile, es kann jedoch je nach situationaler Gegebenheit auch nur ein Elternteil an der Elternarbeit teilnehmen. Von Seiten der Einrichtung kann je nach Absprache der Bezugserzieher[1], der Hausleiter, die pädagogische Leitung oder der Fachdienst mit der Elternarbeit beauftragt werden.

Der mit der Zusammenarbeit beauftragte Mitarbeiter hält regelmäßigen telefonischen, brieflichen bzw. persönlichen Kontakt zu den Eltern. Es besteht die Möglichkeit zu Besuchswochenenden eines oder beider Elternteile in Räumlichkeiten außerhalb der Gruppe, die intensive Elternarbeit zwischen den Erwachsenen und gegebenenfalls auch mit dem Kind oder Jugendlichen ermöglichen. Sollen Kontakte zur Familie langsam angebahnt werden, kann der für die Zusammenarbeit beauftragte Mitarbeiter der Einrichtung das Kind bzw. den Jugendlichen anfangs bei Treffen begleiten. Diese können je nach Bedarf in der Einrichtung oder im häuslichen Umfeld des Kindes/Jugendlichen erfolgen. Die Dauer der Besuche kann langsam gesteigert werden.

Durch die regelmäßigen Kontakte werden die Eltern zeitnah über die Entwicklung ihres Kindes/Jugendlichen informiert. Sie werden in den Erziehungsprozess mit eingebunden. Es werden konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der häuslichen Situation vorgestellt, beispielsweise in Form der Vorbereitung der Eltern vor den Heimfahrten der Kinder/Jugendlichen.

 

7. Aufnahme, Rückführung, Entlassung

Die Aufnahmeanfrage erfolgt durch das Jugendamt an die pädagogische Leitung. Die ersten Informationen bestehen aus der mündlichen Schilderung sowie dem vom Jugendamt zugesandten Datenmaterial. Die pädagogische Leitung gibt die entsprechenden Informationen an den Hausleiter und den Fachdienst weiter und fordert deren Stellungnahme ein.

Das aufzunehmende Kind/Jugendlicher soll gemeinsam mit seinen Eltern oder Sorgeberechtigten und dem Mitarbeiter des jeweiligen Jugendamtes die Wohngruppe persönlich (Kinder, Mitarbeiter, Ausstattung) während eines ersten Termins kennen lernen.

Nach der Besprechung der institutionellen Rahmenbedingungen sollen sowohl Erwartungen der Kinder/Jugendlichen abgeklärt als auch erste Zielperspektiven erarbeitet werden.

Die Entscheidung ob das Kind/Jugendlicher in der WG aufgenommen wird trifft die Heimleitung, gemeinsam mit dem Hausleiter und dem zu Rate gezogenen psychologischen Dienst.

Nach Aufnahme erfolgt in der Wohngruppe eine Eingewöhnungsphase von 4 – 6 Wochen. Um das Einleben der Kinder/Jugendlichen in der neuen Umgebung zu erleichtern, besteht mindestens vier Wochen lang während der Eingewöhnungsphase ein eingeschränkter Umgang mit der Herkunftsfamilie. Während dieser Zeit hält der Bezugserzieher der Kinder und Jugendlichen zu den Eltern bzw. Sorgeberechtigten regelmäßigen telefonischen Kontakt.

 

8. Aufgaben der Fachdienste

Es stehen der psychologische Fachdienst der Einrichtung (ausgeübt durch einen Diplom-Psychologen), der heilpädagogische Fachdienst sowie Therapeuten verschiedener Therapierichtungen auf Honorarbasis, verschiedene Supervisoren und externe Dozenten (für Weiterbildungsveranstaltungen) zur Verfügung. Aufgabe der Fachdienste ist die psychologisch/therapeutische Betreuung der Kinder/Jugendlichen und die Beratung und Unterstützung der Mitarbeiter.

 

8.1 Psychologischer Fachdienst

Der psychologische Fachdienst wird durch die pädagogische Leitung von Aufnahmeanfragen unterrichtet und gibt eine Stellungnahme zur geplanten Aufnahme ab. Bei Bedarf nimmt er am Vorstellungsgespräch des Kindes/Jugendlichen und an den regelmäßig stattfindenden Hilfeplangesprächen teil. In Zusammenarbeit mit dem Team, der Heimleitung und dem Jugendamt stellt der Fachdienst den psychologisch-therapeutischen Bedarf des Kindes/Jugendlichen fest. In Absprache mit der Heimleitung und dem Team übernimmt er gegebenenfalls die psychologisch-therapeutische Betreuung in Form einer Einzeltherapie. Die Ziele dieser Therapie werden in Absprache mit dem Team und dem Kind/Jugendlichen festgelegt.

 

8.2 Heilpädagogischer Fachdienst

Der heilpädagogische Fachdienst übernimmt die heilpädagogische Betreuung in Form von Einzel- und Gruppenangeboten. Daneben steht er sowohl der Heimleitung als auch dem Erziehungspersonal beratend zur Seite.

 

8.3 Therapeuten auf Honorarbasis

In Absprache mit dem Team erteilt die Heimleitung den Therapieauftrag für bestimmte Kinder/Jugendliche gegebenenfalls an Therapeuten auf Honorarbasis. Es stehen insbesondere Kunsttherapie, Gestalttherapie, Reittherapie, Ergotherapie und Arbeitstherapie zur Verfügung. Bei Übernahme des Therapieauftrages durch den Therapeuten erfolgt die Festlegung der Therapieziele, die Zusammenarbeit mit dem Team und die Dokumentation der Einzeltherapie.

 

8.4 Supervision

Alle Mitarbeiter der HKJ Bayern GmbH nehmen regelmäßig an Supervision teil. Für die einzelnen Teams finden in regelmäßigen Abständen Teamsupervisionen statt. Generelle Ziele sind die Weiterentwicklung der erzieherischen Kompetenz sowie die Unterstützung in pädagogischen Fragestellungen und Fragestellungen, die das Team betreffen. Der Auftrag für die Supervision wird von der Geschäftsführung an die Supervisoren erteilt.

 

8.5 Weiterbildungsveranstaltungen durch externe Dozenten

In regelmäßigen Abständen finden von externen Dozenten geleitete Fortbildungsveranstaltungen für alle Mitarbeiter der HKJ Bayern GmbH statt. Die Inhalte der Veranstaltungen werden von der Heimleitung in Absprache mit den Teams und den Gruppenleitern festgelegt. Die Heimleitung vergibt den Fortbildungsauftrag an geeignete Dozenten.

 


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird die männliche Form gewählt.